in die USA reisen, um ein kind zu entbinden

Die USA geht strenger gegen Geburtstourismus vor

In den USA gab es bislang eine Regel: Ein Baby, dass in den USA geboren wird, ist automatisch Amerikanischer Staatsbürger – egal, ob die Mutter bzw. die Eltern Amerikaner sind, oder nicht. Es ist somit nicht verwunderlich, dass sich vor allem in den letzten Jahren vermehrt eine Art “Geburtstourismus” entwickelt hat – meist sogar mit kriminellen Hintergründen. Die Neuregelung soll nun verhindern, dass die US-Staatsbürgerschaft des Babys zur eigenen Einwanderung missbraucht werde.

Was genau versteht man unter “Geburtstourismus”?

Wenn man in den USA ein Kind zur Welt bringt, ist das Kind automatisch US-Amerikaner(in) und teilweise können die Eltern daraufhin legal in den USA bleiben oder eine Green Card beantragen, sobald das Kind, welches die US-Staatsbürgerschaft erhalten hat, 21 Jahre alt ist. Genau deshalb reisen viele Mütter aus anderen Ländern, vor allem aus Südamerika und Asian, in die Vereinigte Staaten, um dort ihre Babys zu entbinden.

Bislang gab es sogar eine regelrechte “Geburtstourismus-Industrie”: Jedes Jahr reisten bisher Hunderte von schwangeren Frauen in die Vereinigten Staaten, um dort zu entbinden, damit ihr Kind alle Privilegien der amerikanischen Staatsbürgerschaft erwerben konnte.

Nur als Beispiel: Gut betuchte Russinnen zahlten so beispielsweise zwischen 20.000 bis 50.000 Dollar (oder mehr!) an Vermittler, die ihre Reisedokumente, Unterkünfte und Krankenhausaufenthalte, vorzugsweise in Florida, organisierten.

Obwohl die Kosten hoch waren, wurden diese „Ankerbabys“ mit Möglichkeiten und Reisevorteilen belohnt, die ihren russischen Landsleuten nicht zur Verfügung standen. Auch die Eltern selbst könnten eines Tages davon profitieren, z. B. wenn es um dauerhaften Aufenthalt in den USA ging.

Ist “Geburtstourismus” legal?

Es ist grundsätzlich legal, in die USA zu reisen, und dort ein Kind zu gebären.  Allerdings gab es bisher auch vereinzelt Fälle, in denen die Behörden Betreiber von Agenturen für Geburtstourismus wegen Visabetrug oder Steuerhinterziehung verhafteten. Kurioserweise waren Frauen bei der Beantragung von Visa oft ehrlich über ihre Absichten und zeigen sogar unterschriebene Verträge mit Ärzten und Krankenhäusern vor.

Ende Januar 2020 wurden von der Trump-Administration neue Visa-Regeln auferlegt, die darauf abzielen, den „Geburtstourismus“ einzuschränken, bei dem Frauen in die Vereinigten Staaten reisen, um dort zu gebären, damit ihre Kinder die US-Staatsbürgerschaft erhalten können.

Allerdings ist anzumerken, dass Konsularbeamte oder die US-Einwanderungsbehörde auf keinen Fall nicht alle weiblichen Visumantragstellerinnen im gebärfähigen Alter befragen, ob sie schwanger sind oder beabsichtigen, schwanger zu werden. Die Frage würde nur gestellt werden, wenn Grund zur Annahme bestünde, dass die Antragstellerin schwanger ist und wahrscheinlich in den USA entbinden wird oder dies beabsichtigt.

Somit bekommen schwangere Frauen künftig keine Besuchervisa mehr ausgestellt, wenn Verdacht besteht, dass der mutmaßliche Zweck der Amerika-Reise ist, dort ein Kind auf die Welt zu bringen.

Schwanger in die USA – geht das über ESTA?

Obwohl es keine speziellen Vorschriften gibt, die schwangeren Ausländerinnen die Einreise in die USA verbieten, wird die Einreise nach dem Ermessen des zulassenden U.S. Customs and Border Protection (CBP) Officer erlaubt oder verweigert.

Bei der Entscheidung, ob Sie in die USA einreisen dürfen, berücksichtigen die Grenzschutzbeamten das Datum, an dem Ihr Kind zur Welt kommen soll, und die Dauer Ihres Aufenthalts in den USA. Darüber hinaus wollen sie einen Nachweis darüber, dass Sie ausreichend krankenversichert sind, um alle medizinischen Notwendigkeiten während Ihres Aufenthalts in den USA zu decken, und dass Sie beabsichtigen, nach Hause zurückzukehren. Sie sollten zudem eine Art Schreiben Ihres Arztes mit sich führen, das bestätigt, dass das Reisen in Ordnung ist. Ab der 35. Schwangerschaftswoche sollten Sie möglichst gar nicht mehr fliegen. Die meisten Fluggesellschaften nehmen Schwangere ab der 35. Woche auch gar nicht mehr mit – manche verlangen bereits vorher schon die Vorlage von Mutterpass und ärztlichem Attest.

Wenn festgestellt wird, dass Sie nicht über eine ausreichende Krankenversicherung verfügen, um unerwartete oder erwartete medizinische Versorgung während Ihres Aufenthalts in den USA abzudecken, kann Ihnen die Einreise verweigert werden.

Beamte sagten, dass die Regel nicht für ausländische Reisende aus einem der 39 hauptsächlich europäischen und asiatischen Länder gelten wird, die im Visa-Waiver-Programm eingeschrieben sind, das es Bürgern dieser Länder erlaubt, für vorübergehende Aufenthalte ohne Visum in die USA zu kommen. Die Regel wird nur für Antragsteller für so genannte „B“-Klasse-Visa gelten, die kurzfristige Aufenthalte zu Geschäfts- oder Vergnügungszwecken erlauben.

Mit einem ESTA können auch Schwangere für bis zu 90 Tage in den USA bleiben. Ein ESTA ist eine Art elektronische Reisegenehmigung, die für 2 Jahre lang gültig ist und zu einem Aufenthalt in den USA für max. 90 Tage am Stück berechtigt.

Ein ESTA kann ganz einfach online beantragt werden. Sie benötigen lediglich Reisepassinformationen und müssen ein paar Fragen zu Ihrer Person auf dem ESTA-Formular beantworten. Wenn Sie den Antrag online ausgefüllt haben, und für das ESTA bezahlt haben wird Ihr ESTA normalerweise innerhalb von 72 Stunden genehmigt. Aber auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn bei der Überprüfung Ihres ESTA-Antrags Unregelmäßigkeiten bemerkt werden, oder Sie Fragen falsch (absichtlich oder unabsichtlich) beantwortet haben, kann es sein, dass Ihnen die ESTA-Reisegenehmigung verweigert wird. Aber selbst mit einem genehmigten ESTA kann es sein, dass Ihnen die Einreise in die USA verweigert wird, denn die US-Grenzschutzbehörden können Ihnen immer noch die Einreise verweigern. Beantworten Sie also immer alle Fragen wahrheitsgemäß und stellen Sie sicher, dass Ihre Reiseunterlagen aktuell sind sowie Ihr biometrischer Reisepass gültig ist. Anforderungen zu der Einreise in die USA finden Sie hier.

 

ESTA für USA beantragen

Geburt in den USA: Amerikanische staatsbürgerschaft geburt

Wer in den Vereinigten Staaten entbinden möchte, sollte ein paar Dinge beachten, die anders sind als in Deutschland:

  • Geburten in den USA werden häufiger hormonell eingeleitet als in Deutschland. Amerikanische Ärzte leiten oft bereits eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin die Geburt ein.
  • In amerikanischen Krankenhäusern werden sehr viel häufiger Peridualanästhesien verlangt und gegeben als in Deutschland.
  • Wesentlich höher als in Deutschland ist auch die Rate der Kaiserschnitte bei komplizierten Geburten. Manche Ärzte entbinden sogar nur per Kaiserschnitt, da sie keine Versicherung für normale Geburten haben.
  • Männliche Babys werden in den USA routinemäßig am Tag nach der Geburt beschnitten. Wer das nicht möchte, sollte den Arzt rechtzeitig darüber informieren.

Informiere dich frühzeitig über die Möglichkeiten für eine Geburt an deinem Wunschort in den USA. Die medizinische Versorgung in den Vereinigten Staaten ist generell recht gut. Aber die Ausstattung der Krankenhäuser und das vorhandene Personal können je nach Größe der Stadt und je nach Bundesstaat stark variieren. In manchen Gegenden ist es zum Beispiel sehr schwer, eine Hebamme zu finden, da sie nicht zwingend bei der Geburt anwesend sein müssen.

Es ist deshalb empfehlenswert, ein großes, renommiertes Krankenhaus zu wählen. Denn meistens beschäftigen diese Hebammen oder Geburtshelferinnen und das Risiko für Komplikationen ist hier geringer. Dann kannst du ohne große Sorgen auch als Ausländerin in den USA entbinden.

Für deutsche Eltern gilt: Wenn das Neugeborene mindestens einen deutschen Elternteil hat, hat das Kind nach der Geburt automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit. Durch die Geburt in den USA hat es zusätzlich auch noch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Das Kind hat somit eine doppelte Staatsbürgerschaft und muss sich auch zu keinem späteren Zeitpunkt für eine der beiden entscheiden. Weitere Informationen über die ESTA USA doppelte staatsbürgerschaft finden Sie im beigefügten Link.