Überprüfung von Social Media Profilen bei Visums-Anträgen für die USA

Schon seit längerem versucht die US-Regierung die Social-Media-Accounts von Einreisenden zu überprüfen, um mehr Informationen über sie zu gewinnen. Seit Anfang des Jahres gibt es eine neue Richtlinie, die die zuständigen Behörden ermächtigt, den persönlichen Hintergrund von Einreisenden in die USA umfassend zu überprüfen.

Dazu zählen auch die Social-Media-Profile. US-Präsident Trump begründete seine Pläne die sozialen Netzwerke von Reisenden in die Vereinigten Staaten strenger zu überprüfen mit dem Schutz der nationalen Sicherheit. Die US-Behörden hoffen, damit leichter Terroristen identifizieren zu können.

Wir erklären im Folgenden, was du beim ESTA-Antrag und der Einreise in die USA beachten musst, um keine Probleme zu bekommen.

ESTA für die USA

38 Länder nehmen am sogenannten Visa Waiver Program der USA teil. Die Staatsbürger dieser Länder, darunter auch Deutsche, können ganz einfach und unkompliziert eine elektronische Reisegenehmigung, kurz ESTA, online beantragen.

Die Anforderungen für ein amerikanisches Touristenvisum sind dabei wesentlich geringer als für ein anderes Visum für die USA. Antragsteller benötigen lediglich einen elektronischen Reisepass mit biometrischem Passfoto, digital gespeicherten Fingerabdrücken und Sie müssen nun auch darüber berichten, welche sozialen Netzwerke sie nutzen und wie ihre Benutzernamen lauten, um ein Einreisevisum zu erhalten.

Damit kannst du dann deinen ESTA-Antrag online stellen. Bis zu 72 Stunden vor deiner Abreise kannst du das ESTA-Formular ausfüllen. Nach dem Bezahlen der anfallenden Bearbeitungsgebühr erhältst du dann normalerweise innerhalb weniger Stunden eine E-Mail, ob dein ESTA genehmigt wurde.

 

ESTA für die USA

 

Angabe von Social Media Accounts im ESTA-Antrag

Seit Ende 2016 war es auch möglich, auf freiwilliger Basis, d.h. „optional“, in den ESTA-Antrag einzugeben, welche Social Media sie nutzt. Jetzt ist die Maßnahme verbindlich geworden und Touristen, Studenten und Arbeitnehmer müssen melden, welche sozialen Netzwerke sie nutzen und wie ihre Benutzernamen lauten, um ein Einreisevisum zu erhalten.

Unter den sozialen Netzwerken, die Teil des Antragsformulars für ein Visum werden, sind mehr Nutzer weltweit, wie Facebook, Instagram, YouTube oder Twitter, andere, die bereits als MySpace nicht mehr genutzt werden, sowie große chinesische Netzwerke wie Weibo oder Youku. Zusätzlich zu den zwanzig Listen empfiehlt die US-Regierung die freiwillige Übermittlung von Profilinformationen in anderen sozialen Netzwerken.

Für die USA Social Media Autorisierung lesen Algorithmen Profile und Chats automatisch aus und erstellen eine Art Ranking: gut oder schlecht, visum ESTA abgelehnt oder genehmigt.

Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du auch die Inhalte in deinen sozialen Netzwerken überprüfen. Gibt es Posts oder Kommentare, die eine antiamerikanische Haltung andeuten? Im Zweifelsfall löschst du diese am besten.

Übrigens sind von dieser Regelung auch Transit-Passagiere betroffen, die in den USA nur umsteigen. Auch sie müssen das ESTA-Formular ausfüllen und werden so auch nach ihren Social Media Accounts gefragt.

Nur wenige diplomatische Visa bleiben außerhalb des Anwendungsbereichs der neuen Anforderungen. Die US-Regierung schätzt, dass von der Maßnahme jährlich 15 Millionen Menschen betroffen sein werden.

Die Social Media Überprüfung, um in die USA einzureisen ist nur ein Teil der verschärften Einreisepolitik der Vereinigten Staaten. Zusätzlich zu den Zugängen zu Social Media Profilen können Konsularbeamte nun auch nach E-Mail-Adressen und Telefonnummern der vergangenen fünf Jahre, Adressen, Anstellungen und Reisen der letzten 15 Jahre sowie alle vorherigen Reisepassnummern verlangen.

Verweigerung der Einreise wegen Social Media Inhalten

Es gibt immer wieder Fälle, in denen beim Social Media Sicherheitscheck, um in die USA einzureisen, die Smartphones, Tablets oder Laptops von Einreisenden konfisziert und durchsucht wurden. 2014 entschied ein US-amerikanisches Gericht, dass solche Durchsuchungen legal sind, selbst wenn kein konkretes Verdachtsmoment vorliegt. Und im schlimmsten Fall führt  diese Überprüfung zur Verweigerung der Einreise. Du hast Trump in einem Post kritisiert? Hast du einen negativen Kommentar über die USA in den sozialen Medien geschrieben? Die Sicherheitsbeamten entscheiden erst an der Grenze – egal ob am Flughafen, Hafen oder an der Grenze zum Nachbarland – über Genehmigung oder Ablehnung deiner Einreise.

Um private Daten wie Passwörter von sozialen Netzwerken, Daten von Kontakten, Nachrichten und Mails zu schützen raten manche Experten dazu, zum Beispiel das Handy zu Hause zu lassen und sich für die Reise ein zweites Gerät anzuschaffen. Alternativ kann man auch eine Sicherheitskopie seiner Handydaten erstellen und nach der Einreise bzw. nach der Rückkehr die Inhalte wieder aufspielen.

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