USA-Reise mit adoptiertem Kind: Was man beachten sollte

Dieses Visum für adoptierte Kinder

Wer in den USA Urlaub machen will, benötigt eine Reisegenehmigung, die man online über das Electronic System for Travel Authorization, ESTA beantragen kann. Voraussetzung dafür ist seit 1. April 2016 ein elektronisch lesbarer Reisepass, kurz e-Pass.

ESTA für Kinder ist das gleiche Verfahren wie für erwachsene Familienmitglieder. Es gelten dieselben Vorschriften. Viele Reisende sind sich jedoch unsicher, ob es dabei besondere Voraussetzungen für ESTA für adoptierte Kinder gibt. Die folgenden Informationen sollen euch einen Überblick geben, welche Dokumente ihr für eine problemlose Einreise benötigt.

Generell müsst ihr einen eigenen ESTA-Antrag für jedes Kind und jedes Familienmitglied stellen. Auf der Einreisegenehmigung des Kindes ist der Nachname der Eltern angegeben. Damit ist klar ersichtlich, dass ihr zusammengehört – das gilt auch für adoptierte Kinder.

Früher waren die Kinder in Deutschland einfach im Reisepass der Eltern mit eingetragen. Seit 2012 müssen aber alle Kinder, auch Babys, für einen Urlaub außerhalb Deutschlands ein eigenes Reisedokument haben. Für Kinder unter zwölf Jahren beantragen die Eltern meist einen Kinderreisepass. Dieser enthält jedoch keine digitalisierten Informationen und auch keine biometrischen Daten wie Fingerabdrücke. Wenn ihr damit einen Antrag auf Reisegenehmigung für die USA online stellt, müsst ihr deshalb mit einer ESTA-Verweigerung rechnen. Denn das Dokument entspricht nicht den Anforderungen eines e-Passes. Es ist für das Visa Waiver Programm ungültig.

Reise in die USA mit Kindern

Eltern haben generell zwei Möglichkeiten:

Visum beantragen:  Wenn bereits ein Kinderreisepass vorhanden ist, könnt ihr bei der zuständigen US-Botschaft relativ unkompliziert ein Touristenvisum beantragen. Es kommt hierbei so gut wie nie zu Ablehnungen. Allerdings müsst ihr etwas mehr Zeit einplanen. Außerdem benötigt ihr dafür bestimmte Dokumente:

  • Kopie des Visums oder der ESTA-Genehmigung des Elternteils oder Erziehungsberechtigten
  • Nachweis über Beziehung zwischen Elternteil und Kind, zum Beispiel die Geburtsurkunde. Für Reisen in die Vereinigten Staaten mit einem adoptierten Kind sollte die Adoptionsurkunde vorgelegt werden
  • Wenn nur ein Elternteil mit dem Kind reist, wird eine Einverständniserklärung des anderen Elternteils, sowie Kopien der Reisepässe oder Personalausweise beider Elternteile benötigt

Dieses Visum für adoptierte Kinder und leibliche Kinder ist leider wesentlich teurer als die Reisegenehmigung per ESTA. Dafür ist es aber auch länger gültig, als die Genehmigung via ESTA.

Vollwertigen Reisepass für das Kind beantragen:

Viele Eltern wissen nicht, dass sie auch für Kinder unter zwölf Jahren bereits einen vollwertigen Reisepass beantragen können. Weist einfach euer zuständiges Bürgerbüro darauf hin, dass ihr den Pass für eine Reise in die USA benötigt. Meist dauert die Ausstellung um die sechs Wochen. Wer es eilig hat, kann gegen Aufschlag einen Expresspass beantragen. Diesen könnt ihr schon nach drei Tagen abholen. Mittlerweile kann bei vielen Behörden ein Termin online vereinbart werden. Das verkürzt die Wartezeit. Wichtig: Ein vorläufiger Reisepass ist für die Einreise in die USA  nicht zulässig. Außerdem muss das betreffende Kind bei der Beantragung des Reisepasses persönlich dabei sein.

Dieser elektronische Reisepass  hat einen Chip, auf dem Daten über den Pass und den Inhaber sowie das Passfoto und zwei Fingerabdrücke gespeichert sind. Bis zum 24. Lebensjahr ist er jeweils sechs Jahre gültig, danach zehn Jahre.

Wenn alle Familienmitglieder ihre ESTA-Einreiseerlaubnis bzw. ein Touristenvisum für ihren USA-Aufenthalt erhalten haben, ist ein großer Schritt auf dem Weg zum Urlaub in den USA getan. Dennoch solltet ihr auf die Pass- und Zollkontrolle nach der Landung in den USA vorbereitet sein. Neben den Pässen und den ESTA-Genehmigungen solltet ihr auch die Adoptionspapiere für euer adoptiertes Kind bereithalten. Sollte der Grenzbeamte Fragen haben, könnt ihr damit nachweisen, dass ihr der rechtliche Vormund des Kindes seid.

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